By Naomi Mc Laughlan
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January 21, 2026
In vielen Schulen ist die Verwaltung ein unsichtbarer, aber enormer Zeitfresser. Wenn man genauer hinschaut, wird deutlich: Ein Großteil der Arbeitszeit fließt nicht in die pädagogische Arbeit, sondern in administrative Aufgaben. Abstimmungen, Dokumentationen, Listen, Mails und Nachweise sind tägliche Begleiter – und sie nehmen so viel Raum ein, dass Lehrkräfte und Schulleitungen kaum noch Luft für das haben, was wirklich zählt: Bildung. Das Problem ist nicht neu, aber es wird durch die Digitalisierung häufig noch verstärkt. Denn viele Schulen haben zwar digitale Tools eingeführt, aber die Prozesse sind nicht wirklich digitalisiert. Stattdessen entstehen neue Abläufe, die parallel zu den alten laufen und damit doppelte Arbeit erzeugen. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass digitale Tools automatisch Entlastung bringen. Effizienz beginnt nicht im Klassenzimmer, sondern in der Organisation. Warum Verwaltung in Schulen so viel Zeit frisst Wenn man die täglichen Abläufe in Schulen beobachtet, erkennt man schnell die „unsichtbaren“ Zeitfresser: 1. Abstimmungen und Kommunikationsaufwand Jede Entscheidung erfordert Abstimmung: zwischen Kolleg:innen, mit der Schulleitung, mit dem Schulträger, mit Eltern, mit Behörden. Diese Abstimmungen sind oft nicht strukturiert, sondern laufen über viele Kanäle: E-Mail, Messenger, Telefon, persönliche Gespräche, Aushänge, Notizen. Das Ergebnis: Informationen gehen verloren, werden mehrfach angefragt oder müssen wiederholt werden. Es entsteht ein permanentes „Nachfragen“ und „Klären“. 2. Dokumentation und Nachweise Schulen sind heute verpflichtet, eine Vielzahl von Nachweisen zu führen: Prüfungen, Leistungsnachweise, Fortbildungen, Datenschutz, Hygiene, Sicherheit, Qualitätsmanagement und vieles mehr. Diese Dokumentationen sind notwendig, aber sie sind auch zeitaufwändig. Viele Schulen dokumentieren teilweise analog, teilweise digital und müssen dann später alles zusammenführen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie und Nerven. 3. Listen, Formulare und manuelle Prozesse Jede Schule hat ihre eigenen Listen: Vertretungspläne, Stundenpläne, Materiallisten, Wartungslisten, Fortbildungslisten, Projektlisten, Teilnahmebestätigungen, Elterninformationen… Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. In vielen Fällen sind diese Listen nicht systematisch verknüpft, sondern werden manuell gepflegt. Das bedeutet: doppelte Eingaben, Fehleranfälligkeit und fehlende Transparenz. Digitale Prozesse als Lösung, aber nur, wenn sie strukturiert sind Digitale Tools können genau an diesen Punkten entlasten, aber nur, wenn sie nicht „einfach eingeführt“ werden, sondern wenn digitale Prozesse bewusst gestaltet werden. Die digitale Transformation beginnt nicht mit dem Kauf eines Tools, sondern mit der Frage: Welche Prozesse sollen effizienter werden – und wie sollen sie künftig ablaufen? Das bedeutet: ✔ Einheitliche Abläufe Eine Schule muss klare, standardisierte Prozesse haben, die für alle nachvollziehbar sind. Das gilt besonders für: • Dokumentation • Kommunikation • Genehmigungen • Vertretungsplanung • Fortbildungsmanagement Wenn diese Abläufe einheitlich sind, können digitale Tools sie unterstützen und nicht nur zusätzliches Chaos erzeugen. ✔ Klare Zuständigkeiten Wer ist für was verantwortlich? Wer entscheidet? Wer genehmigt? Wer dokumentiert? Diese Fragen müssen geklärt sein, damit digitale Prozesse funktionieren. Ohne klare Zuständigkeiten entstehen „Stillstand“ und „Doppelarbeit“. ✔ Weniger Doppelarbeit Wenn Prozesse digital und standardisiert sind, muss eine Information nur einmal erfasst werden und steht dann allen berechtigten Personen zur Verfügung. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Fehler und erhöht die Transparenz. Beispiele aus der Praxis: Wo digitale Prozesse entlasten 1. Vertretungsplanung digital und transparent Statt per E-Mail oder Aushang zu kommunizieren, kann die Vertretungsplanung über eine zentrale Plattform laufen. Lehrkräfte sehen sofort, wo sie stehen, und müssen nicht ständig nachfragen. Das reduziert Rückfragen, spart Zeit und sorgt für mehr Planbarkeit. 2. Dokumentation und Nachweise in einer Plattform Wenn Nachweise und Dokumentationen in einem digitalen System gesammelt werden, entsteht ein „digitaler Ordner“, der jederzeit verfügbar ist. Das erleichtert auch den Austausch mit Schulträgern, Behörden und Eltern. 3. Automatisierte Abläufe statt manuelle Listen Viele Schulen arbeiten mit Excel-Listen, die ständig aktualisiert werden müssen. Digitale Prozesse können diese Listen ersetzen und automatisieren: • automatische Erinnerungen für Fristen • automatische Benachrichtigungen • automatisierte Datensicherung • zentraler Zugriff für berechtigte Personen Das spart Zeit und reduziert Stress. Warum „weniger Verwaltung“ nicht nur ein Komfortwunsch ist Wenn Schulen weniger Zeit für Verwaltung benötigen, entsteht ein Effekt, der oft unterschätzt wird: Lehrkräfte und Schulleitungen gewinnen mentale Kapazität zurück. Sie können sich wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Unterricht, pädagogische Entwicklung, Schulentwicklung, Teamarbeit. Digitale Transformation ist also nicht nur ein Thema für IT-Abteilungen. Es ist ein Thema der Schulführung und Schulentwicklung. Der entscheidende Punkt: Digitalisierung muss entlasten Digitale Transformation scheitert nicht an Technik, sondern an fehlender Struktur. Wenn man die Prozesse nicht sauber definiert, entsteht nur ein neues System für denselben Aufwand. Die Frage ist nicht „Welches Tool nutzen wir?“ sondern: Wie kann die Organisation so strukturiert werden, dass sie wirklich effizienter wird? Ein Beispiel: Eine Schule kann eine neue Lernplattform einführen, aber wenn Lehrkräfte nicht wissen, wie sie damit arbeiten sollen, bleibt es eine weitere „To-Do-Liste“. Wenn die Plattform aber Teil eines klaren Prozesses ist (z. B. einheitliche Abläufe für Kommunikation, Dokumentation und Unterrichtsplanung), dann wird sie zur Entlastung. Effizienz beginnt nicht im Klassenzimmer Der Weg zu weniger Verwaltung und mehr Zeit für Bildung beginnt bei der Organisation, nicht beim Klassenzimmer. Schulen brauchen klare Prozesse, digitale Strukturen und Verantwortlichkeiten, um Entlastung zu schaffen. Wenn die Verwaltung entlastet wird, entsteht Raum für das, was Schule wirklich ausmacht: Lernen, Lehren und Entwicklung. Und genau hier liegt der größte Hebel der digitalen Transformation. 👉 Jetzt kostenfrei zum Informationswebinar anmelden: „KI in Schulen – steuern statt reagieren“ Erhalten Sie Orientierung, Verantwortung und erste Schritte für Ihren Schulträger. https://www.billamedia.com/ki-in-schulen--steuern-statt-reagieren---webinar-fuer-schultraeger---schulleitungen